Nassersche Kunstliebhaber haben das Wort
Die Sonne steht schräg hinter der Johanneskirche und strahlt auf den alten ARAG-Laden in der Langen Straße. Davor steht Rainer Nasser, 41, mit verschränkten Armen, nennt sich Kunstwerker und ist erkennbar skeptisch, was der „Schurnalischd“ und seine Frau Sonja sehen, interpretieren und was dabei herauskommen würde.
Der Schreiberling war übrigens genauso gespannt wie der Kunstwerker – die Spannung hält bis heute an, weil es spannend ist, „die Nassers“ aufblühen zu sehen, seit sie aus der Dunkelheit der Entstehungsnächte – fast schüchtern noch, aber dennoch selbstbewusst – ins Licht der Öffentlichkeit gerieten. Unaufdringlich und unspektakulär sind die Bilder und plastischen Werke, aber ungemein eindringlich und wahrhaftig: Das macht ihren Tiefgang, ihre Qualität aus. Seit diesem Tag spannt sich ein Faden, der längst zu einem festen Zwirn, ja wahrscheinlich sogar zu einem festen Draht geworden ist, zwischen uns. Rainer Nasser war im Jahr 2004 – Michaela sei Dank – „die“ Entdeckung in der lokalen Kunstszene. Warum die eigenwilligen Werke des Autodidakten so lange unentdeckt blieben, ist allein sein Geheimnis.
Knut Siewert, Stadtblatt-Redakteur und freier Journalist, Gerabronn/Crailsheim


